Deutliche Qualitätsunterschiede bei Menthol für E-Zigaretten

Einleitend sei gesagt, dass die Geschmacksrichtung Menthol absolut nicht für jeden Dampfer geeignet ist. Hier geht es nicht nur wie allgemein bei Geschmacksfragen um die persönlichen Vorlieben des Einzelnen, Menthol ist eine „ganz besondere Geschmacksrichtung“ die man mag oder auch eben nicht. Dazwischen gibt es meines Erachtens nichts. Ein bekannter Youtuber hat mal gesagt er sei Mentholiker. Ein sehr eigenwilliges Wort aber dennoch passend für Leute die Menthol gerne mögen wie ich finde. Zu denselben würde ich mich eigentlich auch zählen wären da nicht die großen Qualitätsunterschiede bei den Menthol-Liquids.

Menthol ist nicht gleich Menthol

Aus heutiger Sicht kann ich diese Behauptung aufstellen und auch unterschreiben. Vor einigen Monaten noch hätte ich nicht ansatzweise gewusst was damit genau gemeint ist. Menthol-Liquids gibt es viele. Probiert habe ich wahrscheinlich noch nicht alle – aber sehr viele. Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass kein Menthol-Liquid mich wirklich überzeugen konnte. Es waren welche darunter die soweit „ganz gut“ waren, das aber nur deswegen weil ich bis dato keinen wirklichen Vergleich ziehen konnte was den Mentholgeschmack betrifft. Und hier ist nun nicht die Intensität gemeint, diese könnte man mit der Dosierung entsprechend beeinflussen. Es geht mir um den „echten und wahren“ Mentholgeschmack an sich ohne Tricksereien.

Der Unterschied ist beeindruckend

Landläufig würde man dazu jetzt sagen, der Unterschied zwischen fertig gekauften Menthol-Liquids und den selbsthergestellten ist wie Tag und Nacht. Und das ist absolut nicht übertrieben! Wer einmal Menthol selbst gemischt und probiert hat wird mir zustimmen. Fertige Menthol-Liquids sind in ihrem Geschmack lasch, haben zum Teil gar nichts mit Menthol sondern mehr mit Minze zu tun und bringen den eigentlich gewünschten eisigen Effekt beim Dampfen nicht überzeugend rüber. Klingt hart – ist aber so.

Eigenherstellung ist sehr einfach

Dabei braucht es weder viel Zubehör noch viele Handgriffe um Menthol gebrauchsfertig herzustellen – kompliziert ist es schon gar nicht. Zumindest nicht für jene die sich mit der Selbstmischerei schon beschäftigt haben bzw. diese ohnehin praktizieren.

  • Ethanol (unvergällt)
  • Mentholkristalle
  • geeignetes, verschließbares Mischgefäß

Der Begriff „unvergällt“ bedeutet nichts anderes, als dass hier keine Zusatzstoffe enthalten sind, die den Alkohol ungenießbar machen. Brennspiritus wäre hier als Beispiel zu nennen, ist zwar auch Ethanol aber eben durch zusätzliche Stoffe ungenießbar gemacht. Wer also denkt er können sich hier im Bau- oder Drogeriemarkt billigst eindecken irrt sich. Hier braucht es medizinischen Alkohol, auch Trinkalkohol oder Weingeist genannt. Je reiner der Ethanol desto besser, mindestens 92% sollten es schon sein. Die Mentholkristalle sind meist in Stäbchenform und in jedem Fall über die Apotheken zu beziehen, wie im übrigen auch der Ethanol. Wer Probleme hat in seiner Apotheke beides zu bekommen kann sich auch online bedienen. Apotheken reagieren manchmal aus Unwissenheit heraus ohne Verständnis und es kommt deswegen kein Verkauf zustande.

50 ml Ethanol (96%) kosten mich 3,95 €, 50g Mentholkristalle schlage nochmals mit rund 15 € zu buche. Diese Menge ergibt dann 50 ml reinstes und sehr ergibiges Menthol. Mentolkristalle gibt es auch zu 10 g, für den der sich in der Mentholproduktion erst mal ausprobieren möchte.

Das Mischverhältnis lautet Gramm Kristalle = Milliliter Ethanol. 10g Mentholkristalle und 10 ml Ethanol zusammen in ein geeignetes (verschließbares) Gefäß geben und in ein warmes Wasserbad stellen. Dabei immer mischende Bewegungen ausführen. Die Kristalle lösen sich so relativ schnell auf. Fertig. Der gesamte Zeitaufwand liegt bei weniger als 10 Minuten.

Beimischung zu vielen anderen Liquids

Die Mentholzubereitung kann zu sehr vielen Liquids beigemischt werden, fruchtige Liquids sind hier besonders geeignet. Mit der Dosierung des Menthols sollte vorsichtig und im unteren Prozentbereich begonnen werden. Nachdosieren ist einfacher als wieder runter zu mischen. Ich selbst liege bei 10 ml Liquid in Bereich von 1% – 1,5% .

Vorsicht mit Mentholkristallen

Menthol in dieser Form wirkt reizend wenn es mit Haut oder Schleimhaut in Verbindung kommt. Deswegen in jedem Fall Hände sehr gut waschen, damit sich auch keine kleinsten Mentholpartikel an den Fingern befinden können. Am sinnvollsten Handschuhe tragen. Mentholkristalle niemals pur einnehmen oder dampfen! Mentholkristalle stammen u.a. auch aus China (synthetische Herstellung, ggf. Verunreinigungen) und haben eigentlich nichts mit Apothekenqualität zu tun. Vor besonderen Billigkäufen rate ich deswegen dringend ab. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich.

3 Kommentare zu “Deutliche Qualitätsunterschiede bei Menthol für E-Zigaretten

  1. Martin
    12. März 2018 at 11:25

    Hallo und Danke für den Beitrag. Mich irritiert etwas, dass 50ml Ethanol plus 50g Mentholkristalle nur 50ml Menthol ergeben sollen. Löst sich das Menthol mengenmäßig wirklich komplett auf?

    Danke und Gruß Martin

    • Elb-Dampfer
      12. März 2018 at 16:25

      Hallo Martin,
      die Kristalle lösen sich wirklich komplett auf, die Menge wird bei mir nur unwesentlich mehr. Genau habe ich das noch nie abgemessen, deswegen lasse ich es bei 1:1.

      • Martin
        12. März 2018 at 16:27

        Okay, Danke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.